Todesspiel ist eine gängige Bezeichnung für das Fußballmatch zwischen der Flakelf und FC Start, das sich am 9. August 1942 in Kiew abspielte und zwar während der deutschen Besatzung. Unter Flakelf wird die deutsche Mannschaft verstanden, die sich aus Mitglieder der Flugabwehr zusammensetzte und FC Start war der Name der Mannschaft aus Kiew, in der sich Spieler des früheren Dynamo Kiew befanden. Hierbei kam der FC Start als Sieger dieses Duells heraus. Zu welchem Preis aber? Denn einige der Spieler aus Kiew wurden nach dem Spiel ermordet.

Historischer Hintergrund

Die historische Situation dieser Zeit war natürlich nicht zu beneiden. Einige Zeit nach dem Angriff auf die Sowjetunion, ist die deutsche Wehrmacht 1941 in Kiew einmarschiert. Über 50.000 Juden wurden in der ersten Hälfte Oktober getötet. Das Besatzungsregime war sehr streng. Unis und Schulen wurden geschlossen und für Jugendliche ab 15 und Menschen bis 60 Jahre herrschte Arbeitspflicht. Darüber hinaus wurden viele gegen ihren Willen in das Deutsche Reich geschickt, um zu arbeiten.

Das Spiel und getötete Spieler

Zu dieser Zeit fand auch das sog. Todesspiel statt. Während die Kiewer Mannschaft gekleidet in die Farbe des Kommunismus gegen die Flakelf spielte, war das Stadion umgeben von Soldaten. Einige SS-Soldaten sollen Kiewern mit dem Tod gedroht haben, während ein anderer als Schiedsrichter die deutsche Mannschaft begünstigte. Trotz allen Herausforderungen gelang dem FC Start der Sieg. Angeblich wurden danach mehrere Spieler dieser Mannschaft ermordet, weil sie durch den Sieg den Gegner erniedrigt haben.

Das Spiel fand vor 2000 Zuschauern statt. Auf dem Plakat, das für das Spiel angefertigt wurde, standen nur die Namen der FC Start-Spieler und der Hinweis, dass die Flakelf in einer verstärken Aufstellung gegen den Gegner antreten wird. Im Endeffekt stand es 5:3 zugunsten der Kiewer.

Rezeption und modifizierte Geschichte

Über die Ereignisse dieses Spiels wurde viel geschrieben und gedreht. Zum ersten Mal wurde der Begriff Todesspiel vom Dramatiker Alexander Borschtschagowski eingeführt und zwar in seinem Drehbuch, das in einer Kiewer Jugendzeitung gedruckt wurde. Einige der bekanntesten Romane zu diesem Thema sind Das letzte Duell und Alarmierende Wolken. Diese dienten als Grundlage für den Film Die dritte Halbzeit.

In den 60er Jahren hat sich die Geschichte jedoch ein bisschen verändert und die Darstellungsweise der Geschehnisse wurde anders. Jetzt sprach man nur noch von vier getöteten Spielern. Einer von diesen vier war der Torschütze Nikolai Trussewitsch, der ursprünglich aus Russland kam. Die drei anderen waren Mikola Korotkych, der Verteidiger Olexij Klimenko und der Stürmer Iwan Kusmenko.

Schicksale der Kiewer Spieler

Nach dem Spiel mit der Flakelf spielte der FC Start noch gegen eine ukrainische patriotische Mannschaft – Ruch, und ging auch hier als der Sieger hervor. Viele von den Kiewern sind der Gestapo in die Hände gefallen, denn angeblich hat der Ruch-Trainer die Gestapo darauf hingewiesen, dass manche ehemaligen Dynamo-Spieler den NKWD unterstanden haben. Viele Historiker glauben an die Stichhaltigkeit dieser Version, weil ehemalige Lokomotive-Spieler im damaligen FC Start von der Gestapo nicht belästigt wurden. Zwei Namen, die in diesem Kontext unbedingt zu nennen sind, sind Georgi Timofejew und Lew Gundarew. Diese beiden haben der ukrainischen Polizei angehört.